Sex-Pass Dagmar CassiersEigene Freundeskreise, eigene Hobbys, unterschiedliche Arbeitsplätze: Viele Paare sind es nicht gewöhnt, ständig zusammen zu sein. Die derzeitige Zwangsisolation mit ihren vielen Unwägbarkeiten ist eine besondere Belastungsprobe und Herausforderung für Paare. Sie bietet aber auch die Chance, sich in Empathie zu üben und sich besser kennenzulernen.

Balance zwischen Nähe und Distanz

Quality Time will geübt sein. Dabei geht es jetzt umso mehr darum, eine Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Überlegen Sie gemeinsam: Was macht jeder für sich alleine, was tun Sie gemeinsam? Wenn Ihnen die ständige Nähe im Isolations-Tandem zu viel wird, gönnen Sie sich ganz bewusst eine Auszeit, eine Privatzeit. Vielleicht hängen Sie ein humorvoll gestaltetes „Bitte nicht stören!“-Schild mit Zeitangabe an die Zimmertür. Um Irritationen zu vermeiden, können Sie die Partnerin oder den Partner vorwarnen und vereinbaren, dass sich jeder solche Auszeiten nehmen kann.

Struktur und Rituale

Wenn Sie im Mobile Office arbeiten, trennen Sie Arbeitszeit und Freizeit. Ein Plan hilft den Tag zu strukturieren. Dabei empfiehlt sich ein Wechsel zwischen Beschäftigung drinnen und draußen, zwischen Bewegung und Entspannung. Bauen Sie einen Puffer für spontane Ideen ein und bleiben Sie flexibel. Falls es Sie nicht nach draußen zieht: Auch in der Wohnung ist Bewegung möglich, auf YouTube gibt es eine Fülle von Anleitungen für Sport, Gymnastik oder Yoga.

Beginnen Sie den Tag wie immer mit Ihrem morgendlichen Ritual – von A wie Aufstehen bis Z wie Zähne putzen. Apropos Ritual: Behalten Sie Ihre Paar-Rituale bei. Sie haben keine? Dann probieren Sie aus, welches Ritual zu Ihnen passen könnte. Vielleicht ein gemeinsames Entspannungsbad oder gegenseitige Entspannungsmassagen? Überlegen Sie, wie Sie sich gegenseitig Wertschätzung und Zuneigung zeigen können. Wie wäre es mal wieder mit einem Kompliment? Oder Sie zelebrieren das Abendessen hübsch angezogen, mit schön gedecktem Tisch und Kerzen.

Rollenverteilung auf dem Prüfstand

Die Frau hat den Haushalt im Blick, der Mann kümmert sich um Garten und Auto. Kommt Ihnen das bekannt vor? Im Alltag habe sich bei vielen von uns Rollen eingeschliffen, die wir jetzt auf den Prüfstand stellen können: Passen die Rollen, fühlt sich jeder damit wohl? Wenn nicht, können Sie diese gemeinsam neu definieren. Sprechen Sie auch darüber, was Sie schon immer mal machen wollten (renovieren, eine Sprache oder ein Instrument lernen …), und was Sie davon gemeinsam machen könnten.

Tagebuch der guten Dinge

Schreiben Sie am Ende des Tages auf, wie es Ihnen geht: Was haben Sie alleine gemacht, was gemeinsam? Was war schön, was hat gut funktioniert? Legen Sie den Fokus auf das, was gut gelaufen ist. Das können Sie auch in Ihr Leben als Paar integrieren, wenn der normale Alltag wieder einzieht.

Keine Harmonie um jeden Preis

Ein Grund, warum es gerade an Weihnachten so oft Streit gibt, ist die Erwartungshaltung. Beim Fest der Liebe soll alles schön harmonisch sein – was sich meistens nicht durchhalten lässt. Bei erzwungener Häuslichkeit ist es ähnlich. Lassen Sie also zu, dass es auch mal kracht, dass man genervt ist. Vielleicht poppen jetzt auch verstärkt partnerschaftliche Themen auf , die bislang verdrängt wurden oder der Aufschieberitis zum Opfer gefallen sind. Eine Grundregel: Vermeiden Sie Verallgemeinerungen und Vorwürfe. Beschreiben Sie, wie Sie sich fühlen oder welches Bedürfnis sich bei Ihnen regt, und formulieren Sie das als Bitte an die Partnerin oder den Partner. Das ist eine gute Gelegenheit, eine konstruktive Streitkultur einzuüben. Und wenn es klappt, ist es auch einen Eintrag im Erfolgstagebuch wert.

Wenn die Nerven mal blank liegen, ist es gut, erst mal ein Stopp-Signal zu setzen und ein paar Entspannungsübungen als Erste Hilfe parat zu haben, zum Beispiel Yoga, Atemtechniken, autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut. Damit geben Sie Ihren Gedanken eine andere Richtung und entspannen gleichzeitig den Körper.

Analoge Freizeitaktivitäten neu belebt

Viele Menschen sind nun vor allem digital unterwegs, schauen Serien an, stöbern auf YouTube. Erwecken Sie doch mal wieder analoge Dinge zum Leben, die Sie länger nicht mehr gemacht haben. Bestimmt haben Sie Gesellschaftsspiele im Haus, ein Schachbrett oder Spielkarten – machen Sie doch mal wieder einen Spieleabend. Das gemeinsame Spiel sorgt für Gesprächsstoff, wenn Sie sich mal nichts zu erzählen haben. Oder Sie lesen sich gegenseitig vor, singen gemeinsam oder machen Hausmusik, das belebt auch die Beziehung.

Kontakte halten mit Plan

Berührungslose Kontakte zu anderen Menschen bereichern jetzt besonders das Leben. Es kann aber auch zu viel werden, wenn permanent das Telefon klingelt. Damit Ihre Pläne nicht ständig durchkreuzt werden und alles auf Standby läuft, helfen Absprachen mit den Lieben da draußen: Klären Sie, wie regelmäßig Sie sprechen wollen, ob zu festen Zeiten oder lieber spontan. Eine offene Kommunikation hilft, dass es allen gutgeht und sich keiner gezwungen fühlt. Außerdem ist jetzt die ideale Zeit, den guten alten Brief wiederzubeleben. Gerade ältere Menschen freuen sich oft sehr darüber und haben länger etwas davon als von einem Telefonat.

Weitere Unterstützung und Experten-Tipps gegen den Lager-Koller und zur Resilienz in Krisenzeiten gerne online, per Mail, per Chat oder telefonisch:

Dagmar Cassiers

Diplom-Pädagogin
HP für Psychotherapie
Zertifizierte ILP®-Therapeutin und Coach
Zertifizierte ILP®-Paar-Therapeutin
CAI® Online-Coach / Coach on demand
017680808851

https://www.cassiers-coaching.de/
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